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Jagd

„Fehlende Bejagung würde zu einer explosionsartigen

Fortpflanzung spezifischer Arten führen“ … ?!


Jäger als Ersatz für fehlende Beutegreifer?

Es ist wahr: natürliche Feinde der Rehe und Wildschweine sind vielerorts nicht mehr vorhanden. Doch schon hier muss man sich fragen, wieso:

Obwohl Wölfe und Bären immer wieder versuchen die ökologischen Nischen zu füllen, werden sie ohne Rückhalt sofort erschossen. Aus Sicht der Jägerschaft nachvollziehbar, denn diese Tiere würden in direkter Konkurrenz zum Jäger selbst stehen.

Die Jagd hat das Problem der fehlenden Beutegreifer erst verursacht. Das Argument, dass ein Jäger die Stelle des Raubtiers einnehmen muss, ist hinfällig. Beutegreifer selektieren: sie machen Jagd auf kranke und schwache Tiere. Die Jägerschaft ist wenig interessiert kränkliche Tiere zu erlegen, vielmehr sind sie auf große schöne Tiere aus. Am leichtesten zu erkennen ist dies bei Treibjagden, während denen keine Zeit für ein selektives Verhalten beim Abschuss bleibt.

Wissenschaftler haben dieses Argument längst entkräftet. Raubtiere dezimieren die Anzahl ihrer Beutetiere nur in sehr geringem Maße (siehe „Video Jagd“).

Weitaus entscheidendere Faktoren sind:

Konkurrenz um Ressourcen

In einer Population verstärkt sich durch die zunehmende Individuendichte die Konkurrenz um den limitierenden Faktor Nahrung und andere überlebenswichtige Ressourcen, was zu einer niedrigen Geburtenrate führt. (Campbell Reece, Auflage 8, S.1594 Kapitel 53)

Das soll heißen: je mehr Tiere sich in einem begrenztem Lebensraum befinden, desto weniger Nahrung steht jedem einzelnen zur Verfügung. Je größer diese Konkurrenz um Nahrung ist, desto weniger wird sich die betreffende Art vermehren.

Revierverhalten


Bei vielen Tierarten kann über Revierverhalten die Individuendichte einer Population begrenzt werden. Bei Verringerung des Ressourcenraums bei zunehmender Individuendichte werden letztlich nur die in der Konkurrenz überlegenen Individuen die begrenzten Ressourcen nutzen können. Andere, die der Konkurrenz unterlegen sind, können dies nicht. (Campbell Reece, Auflage 8, S.1595 Kapitel 53)

Das Naturgesetz „Das Recht des Stärkeren“ gilt auch weiterhin und führt zu einer konstanten Individuendichte der Arten. Außerdem selektiert es schwache und kranke Tiere aus, was zu Folge hat, dass nur gesunde, starke Tiere ihre Gene vererben können. Dies stärkt eine Population und macht sie anpassungsfähiger.

Krankheiten


In vielen Fällen steht die Infektionsrate bei einer Krankheit im Zusammenhang mit der Größe der Individuendichte. Bei Tieren wächst (ebenso wie bei Pflanzen) die Zunahme der Infektionsrate mit der Zunahme der Individuendichte an. (Nachweis erbrachten Steven Kohler und Wade Holland, Illinois Natural History Survey, USA) (Campbell Reece, Auflage 8, S.1594 Kapitel 53)

Je mehr Tiere einer Art in einem bestimmten Gebiet zusammenleben, desto höher ist für jedes einzelne Tier die Ansteckungsgefahr. Krankheiten würden so den Bestand immer auf ein für die Natur verträgliches Niveau reduzieren.

Witterungsverhältnisse


Schlechte Witterung, extreme Temperaturschwankungen sowie strenge Winter sind ebenfalls limitierende Faktoren für die Individuendichte, da sich abiotische Faktoren wie Licht, Temperatur, und Niederschlag nicht nur auf die Nahrungsverfügbarkeit, sondern auch auf die Sterberate der Individuen auswirkt. (Campbell Reece, Auflage 8, S.1597 Kapitel 53)

Durch diese Faktoren findet eine natürliche Auslese schwacher oder kranker Tiere statt.

Sogar aus der Jägerschaft werden Stimmen laut, die am Beispiel der Wildschweinschwemme das selbst verursachte Problem erklären:

Norbert Happ, der bekannteste deutsche Wildschweinkenner – selber Jäger – prangert an: „Die Nachwuchsschwemme ist hausgemacht“. Für die explosionsartige Vermehrung der Wildschweine seien die Jäger selbst verantwortlich: „Ungeordnete Sozialverhältnisse im Schwarzwildbestand mit unkoordiniertem Frischen und Rauschen und unkontrollierbarer Kindervermehrung sind ausschließlich der Jagdausübung anzulasten“, so Happ (in der Jägerzeitung "Wild und Hund", 23/2002).

Auch Wildmeister Gerold Wandel weist auf das Jagd-Problem hin: „Jetzt werden die Sauen wirklich wehrhaft! Sie wehren sich mit einer unglaublichen Zuwachsdynamik gegen den falschen, asozialen Abschuss in den Altersklassen.“ (Jagdzeitung PIRSCH 1/2004)


„Jagd ist notwendig um Wälder sowie Kultur- und

Ackerland vor Wildschäden zu schützen“ … ?!



Durch Jagd vermehren sich spezifische Arten noch schneller:

Durch Bejagung wird der Wildbestand nur sehr selten dezimiert. Meist ist sogar das Gegenteil der Fall und verschiedene Arten vermehren sich dank der Jagd unkontrolliert schnell. Durch das Töten von Familienmitgliedern innerhalb einer Herde werden soziale Strukturen der Gruppe gestört und zerstört, was die Geburtenraten durch die innere biologische Regulation steigen lässt .

Beispiel Schwarzwild:

Normalerweise vermehrt sich eine Wildschweinrotte indem der Keiler die Leitbache deckt. Oft gerät durch Abschuss der Leitbache das Sozialgefüge der Rotte durcheinander, was dann dazu führt, dass der Keiler auch alle anderen Bachen ( = weibliche Wildschweine ) deckt. Dieses Phänomen ist verantwortlich für einen enormen Anstieg der Geburtenrate.

Fütterungen verantwortlich für zu hohe Individuendichte:

Auch die ständigen Fütterungen durch Jäger, besonders im Winter, lassen die Populationen hoch ansteigen. Die natürliche Auslese der schwachen und kranken Tiere durch mangelnde Immunabwehr aufgrund fehlender Energiereserven fällt weg. Die normalerweise vorherrschende Nahrungsknappheit im Winter tritt nicht ein - es ist sogar ein Nahrungsüberangebot an Futterplätzen vorzufinden.

Durch die so entstehenden Überpopulationen steigen sowohl die Anzahl der vom Wild verursachten Schäden auf Feldern wie auch die Zahl der Wildunfälle. Würde man die natürlichen Ausleseprozesse der Natur nicht durch ineffizientes Eingreifen des Menschen außer Kraft setzen, würden sich die Bestände auf ein für die Natur verträgliches Niveau reduzieren.

Monokulturen als gute Voraussetzung für Verbissschäden:

Erhebliche Verbissschäden entstehen durch eine zu hohe Individuendichte und werden begünstigt durch die von Forstwirten angelegten Monokulturen, die zum Beispiel für das Rotwild einen besonderen Leckerbissen darstellen. Gleichzeitig sind sie sehr anfällig für Krankheiten, Parasiten und Erosion sowie Windwurf. Der Mensch schafft so unnatürliche, nicht widerstandsfähige und problemverursachende Ökosysteme.

Der Jäger selbst zwingt das Wild in den Wald:

Außerdem ist Jagd einer der Hauptverursacher, weswegen viele Tiere scheu werden. So gehörten Rehe zu den tagaktiven Bewohnern von Wiesen, werden nun aber immer mehr auch zu nachtaktiven Waldbewohnern, wodurch besagte Verbissschäden vor allem an Eichen und Tannen entstehen. Würde das Schalenwild nicht ständig Schutz aufsuchen müssen, würde dies ein bei weiten geringeres Problem darstellen.

Ackerland schützen:

Die Schädigung des Ackerlands durch Schwarz- und Schalenwild würde wie oben beschrieben durch ein Jagdverbot auf ein verträgliches Maß dezimiert werden. Ganz verhindern wird man die Problematik von Verbissen nie können. Es ist nun einmal Nahrung die auf unseren Äckern wächst, auch für die Tierwelt. Deswegen werden Wildtiere auch weiterhin auf dieses Nahrungsangebot zugreifen. Wollen wir das verhindern (zum Beispiel an Waldrändern, wo große Schäden durch eindringendes Schwarzwild in Ackerlandschaften entstehen) so muss der Mensch die Initiative ergreifen und die Ernte durch einen abgrenzenden Zaun zum Wald schützen.


„Jagd ist notwendig um die Ausbreitung von

Wildkrankheiten, insbesondere der Tollwut zu

verhindern. (Bsp. Fuchsjagd)“ … ?!



Tollwut:

Dies ist ebenfalls nicht korrekt: bei genauerer Betrachtung ist sogar Gegenteiliges der Fall. Die Ausbreitung der Viruskrankheit, die bei Mensch und Tier fast immer tödliche Gehirnentzündungen verursacht und sich durch Symptome wie aggressiven Verhalten zum äußert, wird durch die Bejagung von Füchse erheblich begünstigt.

Die ständigen Ortswechsel der Füchse, begründet durch das Aufscheuchen und die Hetze bei Treibjagden, lassen die Tiere immer wieder mit Füchsen aus anderen, weit entfernteren Revieren in Kontakt kommen, womit die Übertragung des Virus natürlich begünstigt wird.

Normalerweise leben Füchse in Familienbeständen von bis zu zehn Tieren in denen nur die älteste Füchsin zwischen Mitte März und Mitte April drei bis sechs Welpen gebärt. Durch den übermäßigen Abschuss der Füchse werden die Sozialstrukturen innerhalb der Familienverbände zerstört, was über einen inneren biologischen Regulationsmechanismus zu erhöhter Geburtenrate und somit steigender Populationsdichte führt.

Deutschland gilt seit 2008 als tollwutfrei - trotzdem steht der Fuchs ganz oben auf der Abschussliste vieler Jäger. Für den Fuchs gibt es keine Schonzeiten, er darf das ganze Jahr über geschossen werden.



 

 

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 03. August 2011 um 13:58 Uhr  

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