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Tiere im Zirkus

Zwei Seiten der Manege

Was wir nicht wollen, ist jemanden seinen Freizeitspaß verderben oder Unternehmen in den finanziellen Ruin treiben. Dennoch beharren wir darauf, dass bundesweit ein Mitführen von Wildtieren in Zirkussen verboten wird. Zirkusse sind keine stationären Unternehmen, sondern sie sind mobil. Fast alle Zirkusse gastieren nicht länger als eine Woche. Für die Tiere die im Zirkus leben bedeutet dies stundenlange Transporte in dunklen Wägen, ständiger Stress beim Verladen und artwidrige Lebensbedingungen. Geblendet von dem glamourösen Auftreten der Artisten und der lustigen Stimmung nehmen nur die wenigsten das wahr, was eigentlich augenscheinlich ist. Ein Tiger springt durch einen brennenden Reifen und ein Elefant steht auf seinen Hinterbeinen auf einen kleinen Podest. Dies ist ein extrem unnatürliches Verhalten, dass kein Tier freiwillig aufweisen würde.

Zwei Wege der Dressur

Einem Tier rein durch Belohnung Kunststücke zu erlernen ist möglich. Dies funktioniert folgendermaßen: Man belohnt ein Tier immer dann, wenn es eine Verhaltensweise an den Tag legt, die erwünscht ist, zum Beispiel wenn ein Hund eine Rolle macht. Was man rein durch Belohnung nicht schaffen wird, ist, dass ein Tier Kunststücke ausführt, die seinen Instinkten widersprechen. Ein Tiger, der naturgegeben Angst vor Feuer hat, wird nie durch einen brennenden Reifen springen, wenn er nicht komplett gefügig gemacht worden wäre. Einen Elefanten dazu zu bringen auf seinen Hinterbeinen zu stehen, erfordert rohe Gewalt und den Einsatz von Elektroschocks und Elefantenhaken. Da Dickhäuter ein derartiges Verhalten nie freiwillig an den Tag legen würden, kann man sie dafür anfangs auch nicht belohnen, es muss ihnen anerzwungen werden.

 

Argumente der Befürworter der Wildtierhaltung im Zirkus

Den Tieren geht es im Zirkus besser als in der Freiheit. Sie haben genug zu essen und einen sicheren Schlafplatz.

Der Grundgedanke, dass das Wohlbefinden des Tieres alleine von der ausreichenden Menge an Nahrung abhängt, ist falsch. Neben dem Bedürfnis zu essen besitzen Tiere ein Verlangen nach ausreichend Bewegung und Platz. Sie wollen ihr Sozial- und Revierverhalten ausleben und haben wie jedes andere Lebewesen auch das Bedürfnis sich zu paaren und ihre Jungtiere aufzuziehen. Im Zirkus können Tiere diese Triebe so gut wie nie befriedigen. Die ständigen Transporte verhindern meist das Einleben in Revieren und ein Sozialverhalten wird meistens schon dadurch unmöglich, dass zu wenig Individuen einer Art für ein Sozialgefüge zusammenleben. Durch die ständigen Verladungen, die Ortswechsel und den Strapazen während der Fahrt im Hänger werden den Tieren jegliche Möglichkeiten ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben genommen. Nicht selten sind psychische Störungen das Resultat dieser Lebensbedingungen. Elefanten beginnen zum weben (Videos), das heißt sie wackeln apathisch mit dem Kopf, während bei Tigern oft ein stereotypes Auf – und Ablaufen zu beobachten ist (Video).

 

Tiere die im Zirkus sind, können nicht wieder ausgewildert werden.

Leider trifft dies oft zu, ist jedoch kein Argument, sie länger ihren Qualen im Zirkus auszusetzen. Eine Alternative bieten Auffangstationen, wo man versucht „Zirkustiere“ zu resozialisieren. Ziel solcher Stationen ist die Integration in eine Gruppe ihrer Artgenossen um ihnen die Möglichkeit zu bieten, ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben. Wenn sie jedoch Zirkusse besuchen die Wildtiere mitführen, finanzieren sie das Leid dieser Tiere mit und tragen aktiv dazu bei, dass sich ihre Lage nicht verbessert.

 

Die Tiere im Zirkus tragen dazu bei Kindern ein Bild von deren Verhaltensweisen zu zeigen und sie zu bilden.

Was jedem ein Anliegen sein sollte, ist unseren Kindern Werte zu vermitteln. Das Argument, im Zirkus könnten Kinder die Tiere. die sie sonst nur aus Büchern oder dem Fernsehen kennen, endlich einmal live beobachten, ist zwar richtig, aber dennoch viel komplexer als auf den ersten Blick anzunehmen. Was Kinder im Zirkus beobachten, ist, dass Tiere auf den Wunsch des Menschen hin Kunststücke vorführen. Sie verhalten sich nicht nur atypisch ihrer natürlichen Muster, sondern sind degradiert zu reinen Vorführobjekten, welche unserer Belustigung dienen sollen. Durch das zur Schau stellen und durch die offensichtliche Unterdrückung dieser Tiere werden wohl keine von uns gewünschten Werte an unsre Kinder vermitteln. Allein die Betrachtung des Domteur, der mit Peitsche oder Elefantenhaken das Tier in Schach hält, ist ein Bild der Unterdrückung. Indem wir unseren Kindern ein solches Verhalten zeigen und dafür applaudieren, rechtfertigen wir es und geben ihnen somit unsere Zustimmung, dass ein solches Verhalten ein richtiges ist.

Zur Bildung tragen Zirkusse ohnehin nicht bei, da die Tiere die dort eingesperrt sind, weder in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten sind, noch ihrer Art entsprechende natürliche Verhaltensweisen zeigen. In kleinen Zwingern, Käfigen, Zelten und manchmal sogar an Pfosten festgekettet, wird für viele Menschen, die genügend Empathievermögen aufweisen, schnell deutlich, dass hier ein absolut falsches Bild dieser Lebewesen vermittelt wird. Verletzungen, Narben und stereotypische Verhaltensweisen prägen das Bild der Tiere im Zirkus.

 

Wenn der Zirkus weniger Geld einnimmt, dann werden dessen Tiere noch schlechter versorgt.

Dies ist nicht richtig. Wenn ein Zirkus zu wenig Umsatz macht und nicht mehr in der Lage ist seine Tiere zu versorgen, sind die örtlichen Behörden verpflichtet einzugreifen und die Tiere in Zoos oder Auffangstationen unterzubringen. Das Leiden dieser Individuen hätte somit ein Ende.

 

Den Tieren ist durch ihre Arbeit im Zirkus ein abwechslungsreiches Leben geboten.

Sicherlich ist die Definition von „abwechslungsreich“ eine individuelle. Doch von einem abwechslungsreichen Leben für Tiere im Zirkus zu sprechen, ist bei genauerer Betrachtung nicht schlüssig. Die meiste Zeit ihres Lebens ist bestimmt vom Verharren in kleinen Käfigen, Gehegen oder sogar angekettet. Die ständigen Transporte in dunklen Anhängern und LKWs bieten auch wenig Abwechslung. Was bleibt sind die Vorführungen in der Manege. Geprägt von lauter Musik, tosendem Gelächter und Applaus bedeutet dies aber für die meisten Tiere Stress statt Abwechslung.


siehe auch: Leitlinien der Tierhaltung für Zirkusse in Deutschland

 

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 26. Juni 2011 um 18:39 Uhr  

Menschen wie Du und ich...


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